Liebe Mitbürger!

Hier werden wir Sie über die Kandidaten zur Landratswahl informieren und die Texte aus dem Main Echo zitieren

 

8.7.19

Die Kandidatin der Freien Wähler für den Landratsposten im Kreis Aschaffenburg heißt Maili Wagner. Bei einer Pressekonferenz im Café Langenstein in Laufach präsentierte der Vorstand der Freien Wähler am Samstagvormittag seine Kandidatin.

Man habe bewusst eine Quereinsteigerin als Kandidatin gewählt, erklärte Reiner Pistner vom Vorstand der Freien Wähler. »Das ist der frische Wind, der vielleicht gerade unserem Landkreis gut tut«, so Pistner. Man bewege sich hier zu oft im gesetzlichen Rahmen, sehe aber die freien Spielräume nicht, die es gebe. Da tue ein Blick über den Tellerrand gut.

Und den könne Maili Wagner bieten. Die Frau mit dem finnischen Vornamen hat eine ganze Menge Auslandserfahrung: Studium in den USA, verwandtschaftliche Beziehungen nach Norwegen und fünf Jahre Auslandsschuldienst in Ecuador. Seit 2006 arbeitet sie als Lehrerin für Englisch und Sport am Dalberg-Gymnasium in Aschaffenburg.

Als oberstes Ziel ihrer Arbeit nennt Wagner das Gespräch mit den Menschen. Sie wolle für die Bürger da sein. Marktplatz, nicht Hinterzimmer, sei ihre Devise. Kein Geschachere um Pöstchen wie derzeit in Brüssel sondern offene Demokratie. Dies sei das beste Rezept gegen Politik-Verdrossenheit.

Als Ziele nennt sie einen gut organisierten und vernetzten ÖPNV, einen Ausbau der Radwege sowie den Klima- und Naturschutz. Wagner: »Auch Bewegungen wie Friday for Future nehme ich ernst.« Als Mutter wolle sie auch Einiges für die Bildung tun, etwa die mittleren Bildungsabschlüsse harmonisieren. Wichtig ist ihr auch die Digitalisierung: »Lange Ladezeiten und Funklöcher passen nicht zu meinem Anspruch für unseren Landkreis.«

Das Führen einer Verwaltung sei für sie »nicht nur Kür, sondern in erstes Linie auch Pflicht«. Erfahrene Politiker wie der frühere Laufacher Bürgermeister Valentin Weber, die 2. Bürgermeisterin von Kleinostheim, Tanja Rock, oder die Bürgermeister von Goldbach und Schöllkrippen, Thomas Krimm und Reiner Pistner, hätten sie daher intensiv in die Geheimnisse der Lokalpolitik eingeweiht.

Begriffe wie der Hebesatz fielen ihr dabei zunächst noch schwer, gibt sie zu. Aber das sei vielleicht gerade der Vorteil von Maili Wagner, erklärt Pistner: »Der Bürger da draußen interessiert sich nicht für den Hebesatz.«

 

20.5.19

"En­ga­giert, er­fah­ren, ver­läss­lich": Mit die­sem Slo­gan zieht der Al­ze­nau­er Bür­ger­meis­ter Alex­an­der Leg­ler für die CSU in den Wahl­kampf um den Pos­ten des Land­rats im Kreis Aschaf­fen­burg, der am 15. März 2020 ge­wählt wird.

Bei seiner Nominierung durch die CSU-Kreisvertreter am Freitagabend, in der Kleinostheimer Maingauhalle erhielt Legler als einziger Bewerber 98,8 Prozent der Stimmen, skizzierte der 41-Jährige erstmals Schwerpunkte seines Programms.

Dass darin Klimaschutz breiten Raum einnimmt, spiegelt wider, worüber viele der CSU-Delegierten am Freitag immer wieder sprachen: Die Grünen gelten angesichts der politischen Großwetterlage als Hauptkonkurrent. »Schaut nach Miltenberg« raunte mancher in der Maingauhalle seinem Tischnachbarn warnend zu - in Anspielung auf Jens Marco Scherf, der 2014 im Nachbarkreis zu bundesweit einem der beiden ersten Landräten der Grünen gewählt worden war.

Gegner noch unklar

»Keine Wahl ist ein Selbstläufer«, mahnte denn auch die Aschaffenburger CSU-Kreisvorsitzende, die Goldbacher Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz, im Gespräch mit unserem Medienhaus. Gleichwohl gehen Legler und die CSU als klare Favoriten an den Start - zumal bislang weder die Grünen noch SPD und Freie Wähler Personalaussagen getroffen haben.

Auf Anfrage der Redaktion bei den Kreisvorsitzenden aller drei Parteien hieß es kurz vor der Nominierung Leglers nur: Man wolle auf jeden Fall eine Kandidatin oder einen Kandidaten aufstellen. Ob diese Person dann ähnlich wie damals in Miltenberg gemeinsam ins Rennen geschickt werden könnte, ist aber aufgrund des Zeitplans unwahrscheinlich. Laut SPD-Kreisvorsitzender Anita Peffgen-Dreikorn planen die Sozialdemokraten erst im Herbst eine Aufstellungsversammlung. Tanja Rock von den Freien Wählern lässt ausrichten, man sei »noch im Findungsprozess«.

Und Barbara Hofmann von den Grünen erklärt selbstbewusst, man rechne sich »Chancen« aus und führe »intensive Gespräche«, wobei auch ein parteiloser Kandidat »denkbar« sei. An die Öffentlichkeit wolle man »noch vor der Sommerpause«.

»Zuhör-Tour« ab Juli

Für die AfD kommt laut Kreisvorsitzendem Klaus-Uwe Junker auch ein eigener Kandidat »in Frage«. Aber es sei bisher nicht über Personen gesprochen worden. Entscheidungen würden wohl erst im Herbst fallen.

Bereits im Juli will Alexander Legler auf seiner »Zuhör- und Kennenlern«-Tour durch den Kreis sein, gemeinsam mit Andrea Lindholz. »Ich will mich in jede Gemeinde einbringen«, so Legler. Er wolle »Rückmeldungen« vor Ort einholen - »und das nicht nur alle sechs Jahre im Wahlkampf«. Lokalpolitik sei die wichtigste Gestaltungsebene, »hier kann man schnell reagieren«.

 

27.3.2019

Die CSU-Orts­vor­sit­zen­den des Land­k­rei­ses ha­ben am Di­ens­tag in ih­rer Ver­samm­lung in Hai­bach ein­stim­mig die Be­wer­bung von Alex­an­der Leg­ler als Land­rats­kan­di­dat be­grüßt. Der 41-jäh­ri­ge Al­ze­nau­er Bür­ger­meis­ter wird al­ler Vor­aus­sicht nach am Frei­tag, 17. Mai, von der CSU-De­le­gier­ten­ver­samm­lung of­fi­zi­ell als Land­rats­kan­di­dat nominiert.

Es ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich, dass sich bis zum 17. Mai noch ein weiterer CSU-Bewerber meldet. Am Dienstagabend hatte der Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion, Marco Schmitt, erklärt, dass er nicht kandidieren und den Bewerber Alexander Legler unterstützen werde. Marco Schmitt war der einzige Christsoziale, der vor dieser Versammlung (außer Legler) als möglicher CSU-Bewerber gehandelt wurde.

Das letzte Wort haben freilich die Wähler bei der Kommunalwahl am 15. März kommenden Jahres - mit Sicherheit werden zahlreiche Bewerber der verschiedenen Parteien auf dem Wahlzettel gelistet sein.

Wie geht es weiter?

Eine Reihe von Fragen tauchen auf: Wie wird Alexander Legler seinen Wahlkampf organisieren? Welche Schwerpunktthemen wird er setzen? Und: Wie geht es in Alzenau weiter, wenn Legler die Wahl gewinnen sollte? Im Gespräch mit unserer Redaktion mag sich der Alzenauer Bürgermeister auf solche Fragestellungen nicht einlassen. Legler: »Es wäre anmaßend, wenn ich mich vor den Abstimmungen äußern würde. Das gehört sich nicht.«

»Schritt für Schritt«

Schritt für Schritt - so sei bislang seine Devise gewesen - und so wolle er es auch bei der Landratswahl halten. Am Dienstag sei die Abstimmung der CSU-Vorsitzenden in Haibach der erste Schritt gewesen. Er freue sich sehr über das »klare Signal, das von dieser Versammlung ausgeht«.

Den »zweiten Schritt« sollen die CSU-Delegierten am 17. Mai machen. »Erst dann, wenn ich offiziell der Kandidat des CSU-Kreisverbandes bin, werde ich mich zu meinem Wahlkampfkonzept öffentlich äußern.« Entsprechend gehe er mit der Frage um, wie es im Falle seiner Wahl in Alzenau weitergehen soll.

Alexander Legler: »Damit beschäftige ich mich, wenn ich tatsächlich zum Landrat gewählt sein sollte. Alles andere wäre eine Geringschätzung der Wähler.«

Legler, gelernter Jurist, ist seit 2011 Bürgermeister der Stadt Alzenau. Seinerzeit hatte er sich bereits im ersten Wahlgang gegen drei Mitbewerber durchgesetzt. Am 2. Juli 2017 war es dann lediglich eine Mitbewerberin, die sich mit ihm zur Wahl stellte. Legler gewann mit über 75 Prozent der Stimmen und ist damit (eigentlich) bis 2023 gewählt.

Die Neuorientierung erfolgte, nachdem Landrat Ulrich Reuter (CSU) klargemacht hatte, dass er für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung steht und stattdessen an die Spitze des bayerischen Sparkassenverbandes wechselt.

3.3.2019

 

Zu Jahresbeginn wollte sich der Aschaffenburger Landrat Ulrich Reuter (CSU) auf die Frage unseres Medienhauses, ob er bei der Kommunalwahl 2020 erneut kandidiere, noch nicht festlegen. Nun hat er al­so doch an­de­res vor, wie er am Frei­ta­g­a­bend be­kannt­gab.

So stellt sich die Frage nach dem Nachfolger.

Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Kreis hat ein (weiblicher oder männlicher) CSU-Kandidat die besten Aussichten. Die Partei will diesen auf einer Aufstellungsversammlung am 17. Mai nominieren. Bis dahin läuft es offenbar auf einen parteiinternen Wettbewerb zwischen dem Alzenauer Bürgermeister Alexander Legler und dem Fraktionsvorsitzenden im Kreistag Marco Schmitt hinaus.

Kein Selbstläufer

Denn weitere potenzielle Kandidaten mit Aussicht auf Erfolg winken auf Nachfrage unseres Medienhauses am Sonntag mehr oder weniger eindeutig ab: Die Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz aus Goldbach schließt eine Kandidatur aus; der stellvertretende Landrat und Haibacher Bürgermeister Andreas Zenglein meint, es sei »unwahrscheinlich«, dass er am Ende noch auf dem »Personalkarussell« sitze; und der Waldaschaffer Bürgermeister Marcus Grimm sagt, ihm mache die Arbeit als Bürgermeister »sehr viel Spaß« - er wolle in diesem Amt bleiben. Der 45-jährige verheiratete Vater dreier Jungen unterstreicht außerdem, dass er auch als Familienmensch gebraucht werde.

Im Falle Grimms, seit 2004 Rathauschef in Waldaschaff, kommt hinzu, dass sein Posten als Bürgermeister 2020 turnusgemäß mit zur Wahl steht. Seine Wiederwahl gilt als sehr wahrscheinlich, eine Wahl als Landrat hingegen wäre kein Selbstläufer.

Alzenaus Bürgermeister Alexander Legler hat dieses Problem nicht: Seine Amtszeit endet erst 2023. Der 41-jährige verheiratete Vater einer Tochter, seit 2011 Rathauschef, könnte diesen Job also selbst bei einer Niederlage bei der Landratswahl 2020 behalten. Legler macht keinen Hehl aus seinem Interesse, Reuters Nachfolger zu werden: »Dass mein Name in der Partei gefallen ist, darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich sehe darin auch eine positive Anerkennung meiner Arbeit«, sagt er am Sonntag.

Daraus ergebe sich »selbstverständlich« auch eine »Verpflichtung, ernsthaft über eine Kandidatur nachzudenken«. Gerade auch mit seiner Erfahrung als Bürgermeister der größten Kommune im Kreis und als langjähriger Kreisrat könne er sich die Übernahme des Amtes »gut vorstellen«. Legler wörtlich: »Ich traue mir diese Aufgabe auch zu, aber wichtiger ist, dass die maßgeblichen Gremien der CSU mir das zutrauen, darüber ist jetzt intern zu reden.«

Verantwortung übernehmen

Für ihn biete sich die Chance, »auch über meine Heimatstadt hinaus Verantwortung zu übernehmen und Lebensbedingungen im ganzen Raum Aschaffenburg und Alzenau maßgeblich mitgestalten zu dürfen«. Der jeweilige Landrat sei ja gerade auch für Alzenau als Klinikstandort, Schulstadt und Wirtschaftszentrum wichtig. Wie sich eine Kandidatur auf die Kommunalpolitik in Alzenau auswirken könnte, darüber habe er sich noch keine Gedanken gemacht, so Legler. Aber er sei sich sicher, »dass die CSU in Alzenau überzeugende personelle Antworten« für eine Nachfolge geben werde. Auf seine Arbeit vor Ort hätte eine Nominierung keinen Einfluss: »Ich werde auf jeden Fall weiter so engagiert und leidenschaftlich arbeiten wie bisher.«

Lindholz kandidiert nicht

Deutlich zurückhaltender reagiert der CSU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Marco Schmitt. Der 44-jährige Schöllkrippener Gemeinderat ist wie Legler Jurist - und hätte als Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg wie der Alzenauer Bürgermeister bei einer missglückten Kandidatur persönlich wenig zu verlieren.

Der verheiratete Vater dreier Söhne äußerst sich dennoch diplomatisch: »Am vergangenen Freitagabend hat unser Landrat Dr. Ulrich Reuter die CSU-Kreisvorstandschaft und auch mich erstmals darüber informiert, dass er als Landrat bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten wird. Es ist heute zu früh, öffentliche Erklärungen zur Nachfolge abzugeben. Ich bitte um Verständnis, dass ich als Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion intern über die neue Situation beraten werde und mich zuerst gegenüber den zuständigen Gremien der CSU erklären möchte.«

Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz indes sagt am Sonntag eindeutig: »Ich werde nicht kandidieren.« Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Inneres und Heimat sowie Obfrau im Parlamentarischen Kontrollgremium ist inzwischen eine der einflussreichsten Innenpolitikerinnen der Union und setzt offenbar auf ihre Karriere in Berlin. Sie sagt: »Ich war ja sechs Jahre bis 2014 stellvertretende Landrätin. Es ist eine reizvolle Aufgabe. Aber meine verantwortungsvolle Arbeit im Bundestag für die Region und die Aufgabe als Ausschussvorsitzende machen mir aber sehr viel Freude. Wir haben einige weitere gute und geeignete Kandidaten für das Amt des Landrats.«

Der stellvertretende Landrat Andreas Zenglein (63) sagt: »Meine direkte politische Zukunft sehe ich weiterhin in Haibach.« Er stelle sich aber in den nächsten Wochen »gerne in den Dienst« seiner Partei, um am Ende der Diskussionen die »beste Lösung« zu präsentieren. Er könne sich auch vorstellen, den künftigen Landrat über 2020 hinaus als Stellvertreter zu unterstützen.

Doch davor haben im März 2020 die Wähler das Wort. Wen ihnen die Kreis-CSU als Landrat vorschlägt, darauf dürfte auch die politische Konkurrenz gespannt sein. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Wolfgang Jehn aus Großostheim, kündigt jedenfalls an, dass seine Partei auch einen Kandidaten oder eine Kandidatin ins Rennen schicken wird. »Aber für Namen ist es noch zu früh.«

Ähnlich äußert sich Barbara Hofmann, eine der beiden gleichberechtigten Kreisvorsitzenden der Grünen: Noch könne man keine Namen nennen. Aber angesichts der aktuellen politischen Lage, nach dem Volksbegehren für Artenvielfalt und der Erklärung Reuters rechneten sich die Grünen »große Chancen« aus. »Natürlich wollen wir eine Kandidatin oder einen Kandidaten aufstellen.«

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