Chronik

 

Vereinsgründung: April 1995

2020: 25 Jahre

„25 Jahre freie Wählergemeinschaft Haibach – Grünmorsbach – Dörrmorsbach: Eine Erfolgsgeschichte!“ So fasste Vorsitzender und Gemeinderat Ingo Adams auf der internen Jubiläumsfeier zusammen, was die FWG bisher geleistet hat. Aktuell vier Gemeinderäte sind als Fraktion im Gemeinderat aktiv und beteiligen sich mit ungebrochenem Schwung an der Arbeit für die Gemeinde. „FWG – Frischer Wind für die Gemeinde“ war schon der Slogan zur Gründerzeit. Damals standen sich CSU und SPD im Gemeindeparlament nicht immer freundlich gegenüber. Die FWG zog als dritte Kraft im Jahr 1996 gleich beim ersten Mal mit vier Gemeinderäten in das Gremium ein. Keiner der anderen Parteien hatte eine Mehrheit bekommen und so musste eine neue Arbeitsweise gefunden werden. Die Diskussionen wurden zwar intensiver, doch führte die neue politische Streitkultur auch zu mehr Engagement und nötiger Kompromissbereitschaft. Der Einsatz der FWG-Gemeinderäte wurde von den anderen anfangs nur wenig anerkannt. Doch die Beharrlichkeit und der Wille, für die Gemeinde die besten Lösungen zu suchen, wurden von den Wählern seit nunmehr fünf Wahlen belohnt. Gern angenommen werden immer noch die offenen Fraktionssitzungen, in denen alle Bürger vor einer Gemeinderatssitzung ihre Beiträge leisten können.

Bei der Jubiläumsfeier bedankte sich Adams besonders bei Claus Rückert, der 24 Jahre lang im Gemeinderat war. Adams: „Als Gründungsmitglied der FWG hat Claus zweieinhalb Jahrzehnte bürgernahe Kommunalpolitik für unseren Ort gelebt, immer gut informiert, beliebt und bürgernah. Dabei ist er seiner Überzeugung immer treu geblieben. Das ist sehr beachtenswert!“ Den ehemaligen Gemeinderäten Robert Ritter, Robert Fuchs, Corinna Suffel, Jimmy Roth und Tobias Rückert dankte Adams für ihre Arbeit. Jürgen Goldhammer (seit 12 Jahre im Gremium) und den neuen Räten Karin Rückert und Christian Fuchs wünschte er viel Erfolg bei ihren Vorhaben. Besonders bedankte sich Adams bei den Gründungsmitgliedern, die seit 25 Jahren der FWG treu geblieben sind: Ilona und Peter Bahmer, Holger Färber, Robert Fuchs, Jürgen Goldhammer, Gerd Hubert, Klaus Karl, Johannes Kempf, Monika und Erich Pfarr, Marianne Ritter, Claus Rückert, Albert und Christina Sauer.

Gelungen sei es inzwischen, die Gemeindepolitik zu versachlichen. Langjährige, fest eingefahrene Strukturen seien seit dem Einzug der FWG in den Gemeinderat aufgelockert worden und das Grundklima habe sich erheblich verbessert. Heute sei ein harmonisches Arbeiten über Parteigrenzen hinweg möglich. Was die Gemeinschaft der FWG stark mache sei die unkonventionelle Vorgehensweise, Themen der Gemeindepolitik zu bearbeiten. Die Sitzungen seien eine vielschichtige Veranstaltung, die alle Denkrichtungen gut zusammenbringe. In der FWG gebe es von Beginn an keinen aufgesetzten Parteienkonsens und kein Abnicken von Vorgaben. Das mache die Mitarbeit in den Gremien zwar nicht einfacher, führe aber zu tiefgehender Beschäftigung mit den Themen.

Mit der neuen Wahlperiode sind einige junge Mitglieder dazugekommen. Adams meinte, dass sie die Gewähr bieten, den Grundgedanken einer parteifreien Kommunalpolitik weiterzuführen. Auch das gesellige Vereinsleben habe durch die neuen Mitglieder einen neuen Schwung bekommen. Beibehalten werden soll auf jeden Fall die „Dreikönigswanderung“, die Radtouren und die Familientreffen.

 

Auch Bürgermeister Andreas Zenglein gratulierte uns im Namen der ganzen Gemeinde:

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Im Main Echo erschien ein Interview mit Ingo und Claus

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Politik: 25 Jahre FWG in Haibach - Gespräch mit dem Vorsitzenden und einem Gründungsmitglied

Vor 25 Jahren haben Haibacher die Freie Wählergemeinschaft (FWG) gegründet. Nur ein Jahr später zog die FWG in den Gemeinderat ein. Wie war die Anfangszeit? Wie sieht es heutzutage aus? Das Medienhaus Main-Echo sprach mit dem Vorsitzenden Ingo Adams und mit dem Gründungsmitglied Claus Rückert.

Herr Adams, warum heißt es in Haibach FWG, während woanders von FW die Rede ist? Also Freie Wählergemeinschaft beziehungsweise Freie Wähler.

Adams: Wir hier in Haibach sind als FWG ein eigenständiger und eingetragener Verein. Wir gehören nicht zum Landesverband der Freien Wähler. Das wird oft in einen Topf geworfen.Rückert: Aber wir arbeiten mit den Freien Wählern zusammen. Wir Haibacher kandidieren zum Beispiel bei den Kreistagswahlen auf der Liste der FW.

Herr Rückert, Sie waren dabei, als vor einem Vierteljahrhundert die Haibacher FWG gegründet wurde. Woran erinnern Sie sich?

Rückert: Ich erinnere mich daran, dass Robert Fuchs, ein weiteres Gründungsmitglied, und ich uns auf einer Geburtstagsfeier über die Haibacher Kommunalpolitik unterhalten haben. Im Gemeinderat gab es damals nur die CSU und die SPD. Schnell waren wir uns einig, dass es eine dritte Fraktion brauchte. Ich muss dazu sagen: Es gab Ende der 1960-er bis Mitte der 1970-er Jahre schon einmal die Freie Bürgervereinigung. Zwei unserer Gründungsmitglieder sind aus jener Zeit bei uns »übrig geblieben«.

Wie ging es dann weiter?

Rückert: Wir haben Leute zusammengetrommelt. Das hat super geklappt. So haben wir dann 1995 die FWG gegründet. Da waren die FW noch gar nicht im Landtag. Zu Beginn hatten wir 30 Mitglieder. Derzeit sind es 25.

Sie sind dann bei den Kommunalwahlen 1996 gleich mit vier Leuten in den Rat eingezogen.

Adams: Ja. Zwischendurch waren wir mal auch mal drei Leute. Jetzt sind wir wieder zu viert. FWG heißt »Fünf wären gut«, sage ich immer. Mit einem Quintett im Gremium könnten wir Mehrheiten verhindern.

Herr Rückert, Sie waren 24 Jahre lang Rat. Bei der Wahl im März haben Sie nicht mehr kandidiert. Wie war die erste Zeit im Rat, als Sie »die Neuen« waren?

Rückert: Im Rat ging es anfangs sehr emotional, sehr konfliktreich zu. Die ersten eineinhalb Jahre waren schwierig. Uns wurde Misstrauen entgegengebracht. »Was wollen die hier?« Man hat uns kritisch beäugt. Nach und nach wurde das aber besser. Wir wurden dann akzeptiert. Und wir haben uns auch akklimatisiert.

Was war das erste größere Projekt unter Mitwirkung der FWG?

Das Baugebiet südlich der B8 im Ortsteil Grünmorsbach. Dann kam der Bau der Feuerwache. Da waren wir im Rat dann voll dabei, gehörten dazu.

Herr Rückert, Sie waren 2006 Bürgermeisterkandidat und sind in der ersten Runde ausgeschieden. Bei der Stichwahl gewann dann Andreas Zenglein von der CSU gegen Heidrun Schmitt von der SPD. Herr Vorsitzender Adams, wird es nicht mal wieder Zeit, dass die FWG einen Kandidaten aufstellt? Bei der Wahl 2026 wird Bürgermeister Zenglein altersbedingt nicht mehr antreten können. Da werden die Karten neu gemischt. Wie sieht's bei Ihnen aus?

Adams: Ganz klar: Ja, wir wollen 2026 einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters stellen. Das ist unser Ziel. Wir wollen auch, dass bei der nächsten Wahl ein Haibacher FWG-Mitglied in den Kreistag einzieht.

Gibt es für die Bürgermeisterwahl schon potenzielle Kandidaten aus Ihren Reihen?

Adams: Man macht sich so seine Gedanken. Sagen werde ich jetzt aber nichts.

Eine Besonderheit bei der FWG ist, dass Ihre Fraktionssitzungen öffentlich sind. Welche Erfahrungen machen Sie damit?

Adams: Wir machen das schon immer so. Immer am Tag vor der Ratssitzung. Ich habe gehört, die SPD will das jetzt auch so handhaben. Mit dabei bei diesen Sitzungen sind natürlich die Gemeinderäte, der Vorstand, Mitglieder und Freunde. Das sind elf, zwölf Leute. Wir schaffen damit Transparenz. Das ist uns sehr wichtig. Und: Es melden sich bei diesen öffentlichen Terminen Fachleute zu Wort - Verwaltungsrecht, Verkehrsfragen, Kinderbetreuung et cetera.

Rückert: Wir müssen dabei auch schauen, dass wir Mitglieder, junge Mitglieder, gewinnen. Unser Durchschnittsalter liegt bei 58 Jahren. Das muss besser werden.

Adams: Und Frauen brauchen wir. Wir haben nur ein Drittel Frauen.

Herr Adams, sie sind neu im Gemeinderat, wurden im März erstmals gewählt. Wie läuft's?

Adams: Im Gemeinderat geht es konfliktreich zu. Konfliktreicher als in der vorausgegangenen Amtsperiode. Anja Goymann von der SPD hat bei der Bürgermeisterwahl gegen den alt eingesessenen Rathaus-Chef Zenglein 37 Prozent geholt. Das ist stark. Die SPD ist jetzt manchmal nach meinem Empfinden auf Krawall gebürstet. Man könnte auch sagen: Sie ist konfliktbereit. In der SPD-Fraktion gibt es ja auch neue Mitglieder. Die CSU ist meiner Meinung nach gespalten.

Inwiefern?

Adams: Das hat sich ja bei der konstituierenden Sitzung gezeigt. Einige CSU-Räte haben bei der Wahl des Zweiten und des Dritten Bürgermeisters nicht für die von der eigenen Fraktion nominierten Kandidaten gestimmt, sondern für andere Ratsmitglieder.

Und bei Ihrer FWG?

Adams: Wir haben mit Jürgen Goldhammer einen erfahrenen Fraktionssprecher. Wir anderen drei sind ja Neulinge. Aber Jürgen Goldhammer unterstützt uns sehr. Ich selbst habe vor meinem Einzug ins Gremium rund 100 Ratssitzungen besucht. Insofern kenne ich die Vorgehensweise und die Themen. Aber noch einmal zur Atmosphäre im Gemeinderat.

Ja?

Adams: Ich finde, man muss sich da mitunter ein bisschen zurücknehmen. Vielleicht brauchen wir mal ein fraktionsübergreifendes Treffen. Es darf jedenfalls nicht so sein, dass sich durch unnötigen Zwist oder durch Missverständnisse das Ergebnis für die Gemeinde Haibach verschlechtert.

Welche Themen werden Haibach in der nächsten Zeit beschäftigen?

Adams: Die Ortskerngestaltung ist ein großes Thema. Die Gemeinde muss attraktiv bleiben. Deshalb müssen wir das Bauen besser ermöglichen. Verkehrskonzept und Kanalisation sind zwei weitere wichtige Themen.

25 Jahre FWG Haibach. Wegen der Pandemie gibt es keine öffentliche Feier.

Adams: Das wollen wir im nächsten Jahr nachholen.

Matthias Schwind

Zur Person: Ingo Adams und Claus Rückert

Ingo Adams ist 61 Jahre alt und Flugkapitän i.R. Geboren wurde er in der Nähe von Bremen. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Haibach-Grünmorsbach. Mitglied der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Haibach ist Adams seit 2007, Vorsitzender seit 2015. Im März 2020 wurde er erstmals in den Gemeinderat gewählt.

Claus Rückert ist ebenfalls 61 Jahre alt. Er ist Gründungsmitglied der FWG. Gemeinderat war er von 1996 bis 2020. Bei der Wahl heuer trat er nicht mehr an. Rückert ist Schreinermeister; er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und ein Enkelkind.

Beteiligung bei den Gemeinderatswahlen

 

Jahr

Gemeinderäte

1996

Robert Fuchs
Robert Ritter
Jimmy Roth
Claus Rückert

2002

Robert Fuchs
Robert Ritter
Claus Rückert

2008

Robert Fuchs – Corinna Suffel
Jürgen Goldhammer
Robert Ritter
Claus Rückert

2014

Jürgen Goldhammer
Claus Rückert
Tobias Rückert

2020

Jürgen Goldhammer

Karin Rückert

Ingo Adams

Christian Fuchs

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