Sitzung vom 26.6.24

 Marienkindergarten

12,6 Millionen Euro soll der Um- und Erweiterungsbau des Marienkindergartens kosten. Diesen Betrag legte die Planerin Katja Naumann-Legler dem Gemeinderat nach ersten konkreten Berechnungen vor. Darin enthalten sind die Beschlüsse des Gemeinderates, eine Regenwassernutzung einzubauen, dezentrale Lüftungsgeräte zu verwenden und auf das Dach eine Photovoltaikanlage mit 99 kWp zu bauen. Diese Größe hatte FWG-Gemeinderat Jürgen Goldhammer vorgeschlagen, obwohl der Fachplaner aufgrund der zu erwartenden Unwirtschaftlichkeit im Zusammenhang mit dem bestehenden AVG-Stromportfoliovertrag nur 70 kWp empfohlen hatte. Gründe für den maximalen Aufbau waren u.a. die größere Stromerzeugung in den Wintermonaten im Vergleich zur kleineren Variante, aber auch die Ökobilanz, die sich durch das Einspeisen in das Stromnetz verbessern würde.

Beschlossen wurde auch, die Heizung mit Geothermie zu betreiben. Dagegen sprachen sich Jürgen Goldhammer und Toni Stahl (MfH) aus. Der Felsuntergrund bereite Probleme, gaben sie zu bedenken. Zudem sei eine „doppelte“ Heizung mit Wärmepumpen und Gas für die künftige Versorgung sicherer und erheblich günstiger. SPD-Mann Bodo Leiblein war sich sicher, dass es keine Probleme beim Bohren der Geothermie-Löcher gebe. Mit 9:7 Stimmen entschied man sich für diese Lösung. Fünf Stimmen waren für eine bivalente Lösung (Mischung aus Gaskessel und Luftwärmepumpe) und zwei Stimmen für ein monovalentes Heizsystem (Luftwärmepumpe).

Angesichts der Gesamtsumme wollte Jürgen Goldhammer zum Vergleich wissen, was der Neubau eines Kindergartens etwa auf dem Alemannia-Nebenplatz koste. Die Architektin gab grob die Kosten mit 9 Millionen Euro an. Mit in die Berechnung der Summe müssten allerdings noch die Kosten für den Weiterbetrieb des Marienkindergartens, die Mehrkosten für eine zusätzlichen Krippe (ist in den provisorischen Containern schon integriert) und die erforderlichen Ersatzmaßnahmen einhergehen. Naumann-Legler konnte dem Gremium erläutern, dass bei einem Neubau auf dem Nebenplatz der Alemannia mit keiner Kosteneinsparung zu rechnen sei.

Eine „emotionale Bewertung“ eines Neustarts gab Bürgermeister Andreas Zenglein: Es sei „völlig daneben“ alles zu stoppen und von vorne zu beginnen, sagte er. Es dauere viel länger, bis ein Neubau zu beziehen sei. Frau Naumann-Legler ergänzte dazu, dass es sinnvoller sei, einen Altbau zu ertüchtigen und zudem halte der Marienkindergarten keine drei Jahre mehr.

Bedenken von FWG-Gemeinderat Ingo Adams, dass der Kostenrahmen weiterhin ansteigen könnte, entkräftete Naumann-Legler damit, dass mit den heutigen Beschlüssen genauere Zahlen in die Planung und Kalkulation kommen. Zum jetzigen Planungsstand sei noch viel „Luxus“ eingepreist. Dies könnte in der nächsten Planungsphase nochmal angepasst werden. Sie versicherte dem Gremium, dass der jetzige Kostenrahmen eingehalten werden könne.

Mit 14:1 Stimmen bestätigte man die Kostenrechnung und gab grünes Licht für die Weiterarbeit.

 

Technische Betreuung Wasserversorgung

Da der Wasserwart der Gemeinde bald in Rente geht, ist die Verwaltung auf der Suche nach einem Nachfolger. Als eine Möglichkeit, die Instandhaltung des Trinkwasserverteilungsnetzes sowie der Wassergewinnung und -aufbereitung der Gemeinde zu betreuen, stellte sich die Energieversorgung Main-Spessart vor. Sie hat zwar diese Art der Dienstleistung noch nicht in ihrem Firmenportfolio, bot aber an, den Wasserwart ein Jahr lang zu begleiten, um Erfahrungen zu gewinnen. Etwa 90.000 Euro netto würde diese Einarbeitung für die Gemeinde kosten. Danach müssen die Arbeiten jedoch öffentlich ausgeschrieben werden. Die Entscheidung ist den Fraktionen zur Beratung mitgegeben worden.

 

Vorkaufsrecht im ISEK-Gebiet

Im „ISEK-Gebiet“ sollte im Ortskern ein alter Bauernhof verkauft werden. Mit einer ausführlichen Begründung legte Alexander Sauer vom Bauamt der Gemeinde dar, warum das Vorkaufsrecht der Gemeinde hier greifen könne. Eine städtebauliche Verbesserung sei möglich, die dörfliche Struktur solle erhalten bleiben und das Anwesen der öffentlichen Nutzung zugeführt werden, führte er unter anderem aus. FWG-Gemeinderat Christian Fuchs bedankte sich für die ausführliche Ausarbeitung und bezeichnete sie als „Blaupause“ für alle weiteren erhaltenswerten Gebäuden im Ortskern. Einstimmig bekräftigte der Gemeinderat das Vorkaufsrecht. Sobald das Anwesen verkauft wird, hat die Gemeinde nun das erste Recht, es zu erwerben.

 

MAIN ECHO

 

Wasserwart: https://www.main-echo.de/8316238

 In Kürze: https://www.main-echo.de/8316224

 

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